- Ich habe am 11. März 2026 in Hamburg den PTE Academic Test abgelegt — Overall 89 / 90, abgeschlossen mit der Einstufung Proficient English (= +10 Migration-Punkte fürs EOI).
- 89 Overall klingt nach Superior, ist es aber nicht. Seit dem DHA-Update vom 7. August 2025 zählen komponentenspezifische Schwellen. Reading 66 und Writing 75 lagen bei mir unter den Superior-Marken (70 bzw. 85).
- Vorbereitung: 2 Monate, ca. 3× pro Woche je 2–3 Stunden — hauptsächlich YouTube-Tutorials und die APEUni-App (Mock-Tests mit KI-Score-Schätzung). Keine bezahlten Komplett-Kurse.
- Test-Kosten: 270 €, gebucht 3 Monate vorher beim Berlitz-Test-Center Hamburg. Ergebnis kam in unter 24 Stunden.
- Honest-Markierung: ✓ = eigene Erfahrung, 📊 = externe Quelle (Pearson, Department of Home Affairs, Migration-Anwälte).
Ich bin 37, ausgebildeter Koch, und wir wandern in 8 Wochen mit zwei kleinen Kindern nach Australien aus. Für unser Wunsch-Visum (Subclass 186) brauchen wir einen Englisch-Nachweis. Drei Wege gibt's: IELTS, TOEFL oder PTE Academic. Wir haben uns für PTE entschieden, ich hab mich zwei Monate vorbereitet, bin nach Hamburg gefahren — und mit Overall 89 wieder rausgekommen. Klingt nach Bestleistung. Auf dem Migration-Punkte-Konto sind aber „nur" +10 angekommen, nicht +20. Warum, das ist die eine Sache, die im deutschen Netz niemand sauber erklärt — und die diesem Artikel den roten Faden gibt.
Stand: Mai 2026. Mein Score Report ist bei Pearson bis 11. März 2028 gültig. Visa-Score-Anforderungen ändern sich — das Department of Home Affairs hat zuletzt am 7. August 2025 die komponentenspezifischen Schwellen angepasst. Vor jedem Visa-Antrag aktuelle Werte direkt bei DHA oder bei einem registrierten Migration Agent prüfen.
Update-Rhythmus: Wir aktualisieren diesen Artikel quartalsweise und ergänzen, wenn ich den Test in Australien wiederhole oder neue DHA-Regeländerungen kommen.
Warum wir PTE statt IELTS gewählt haben
PTE Academic ist seit Jahren als Englisch-Nachweis für australische Visa anerkannt — gleichwertig zu IELTS und TOEFL beim Department of Home Affairs (Stand 2026). Wir haben beide Tests verglichen und PTE genommen. Der Hauptgrund war einfach.
„Ich habe mich für PTE entschieden, weil der Test am Rechner stattfindet. Kein Zufallsfaktor. Besser vorzubereiten und besser dafür zu lernen."
Beim IELTS sitzt du im Speaking-Teil einem echten Prüfer gegenüber. Tagesform, Dialekt, Sympathie — drei Variablen, die du nicht steuerst. Beim PTE redest du in ein Mikrofon, und eine KI bewertet alle vier Skills. Das klingt erstmal nach „seelenloser Maschine" — für uns war es genau der Punkt, der den Test berechenbarer gemacht hat. Du kannst gezielt üben, was die KI hört.
Dazu kommt der praktische Teil: das Ergebnis ist in der Regel innerhalb von 48 Stunden online (Pearson PTE, 2026). Bei IELTS wartest du 3 bis 13 Tage. Wenn du wie wir auf eine Visa-Deadline zu arbeitest, ist das ein echter Unterschied.
Hier die wichtigsten Unterschiede in der Übersicht — bevor du dich für einen Test entscheidest, lohnt sich der Blick auf die Bewertungsmechanik. Beide werden in Australien akzeptiert; das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, welcher Test besser zu deiner Lernweise passt.
Wer mehr Routine im klassischen Schulenglisch hat oder Live-Kommunikation einfacher findet, wird mit IELTS gut klarkommen. Wer wie wir lieber strukturiert lernt, regelmäßig misst, wo er steht, und ein Ergebnis zeitnah braucht: PTE.
Welcher Score reicht für welches Visum (Stand 2026)
Seit dem 7. August 2025 hat das australische Department of Home Affairs die Englisch-Anforderungen umgestellt: Statt eines einheitlichen Mindestwerts gelten jetzt komponentenspezifische Schwellen für Listening, Reading, Writing und Speaking (DHA — English language requirements, 2026). Writing- und Speaking-Hürden sind gestiegen, Listening und Reading wurden leicht abgesenkt. Das verändert, wer am Ende die +10- oder +20-Migration-Punkte tatsächlich bekommt.
Hier die Schwellen, die du in jeder einzelnen Komponente erreichen musst — alle vier gleichzeitig, sonst greift die nächst-niedrigere Stufe:
| Level | Listening | Reading | Writing | Speaking | Migration-Punkte |
|---|---|---|---|---|---|
| Competent (Eligibility 186/482) | 47 | 48 | 51 | 54 | 0 (nur Voraussetzung) |
| Proficient | 58 | 59 | 69 | 76 | +10 |
| Superior | 69 | 70 | 85 | 88 | +20 |
Quellen: DHA Competent English · DHA Superior English · Pearson PTE — Australia Visas
Was bedeutet das in der Praxis? Das hängt davon ab, welches Visum du anpeilst:
- Subclass 186 (Employer Nomination Scheme): Direct-Entry-Stream verlangt Competent English. Die Schwellen sind die niedrigsten — wer halbwegs solides Englisch spricht, schafft das ohne große Vorbereitung.
- Subclass 482 (Skills in Demand): Vocational English reicht (L 33 / R 36 / W 29 / S 24) (Hannan Tew Lawyers, 2025). Noch entspannter.
- Subclasses 189 / 190 / 491 (Skilled Migration EOI): Hier wird's ernst. Competent ist nur die Eintrittskarte, um eine Expression of Interest einzureichen. Die +10 oder +20 Migration-Punkte aus Proficient/Superior entscheiden oft, ob du eingeladen wirst — erfolgreiche Einladungen lagen 2024/25 meist bei 85–95 Punkten gesamt. Ohne Superior wird's eng.
Das ist die strategische Frage, bevor du überhaupt für PTE lernst: Welches Visum ist dein Hauptziel? Wer wie wir auf 186 zielt, kann mit weniger Vorbereitung sehr gut zurechtkommen. Wer als Plan B die EOI-Route ins Auge fasst, sollte direkt auf Superior trainieren — sonst lernst du am Ende zwei Mal.
Wie der PTE Academic Test abläuft
Der Test dauert offiziell rund zwei Stunden (Pearson PTE Test Format, 2026), bei mir war ich nach gut anderthalb Stunden durch. Aufgeteilt ist er in drei Sektionen, die in einem Rutsch laufen: Speaking & Writing, Reading, Listening. Insgesamt 20 Aufgabentypen, alle am Computer, alle KI-bewertet.
Was den PTE besonders macht — und was viele unterschätzen — ist das Cross-Scoring. Eine einzelne Aufgabe fließt in mehrere Skills gleichzeitig. „Repeat Sentence" zählt zu Speaking und Listening. „Re-tell Lecture" auch. „Summarize Written Text" zählt zu Reading und Writing. Wenn du eine Aufgabe verpatzt, drückt das nicht nur einen, sondern zwei deiner Score-Bereiche.
Die Aufgabentypen, vor denen du dich am meisten in Acht nehmen solltest:
- Repeat Sentence (Speaking + Listening): Du hörst einen Satz von 3 bis 9 Sekunden Länge — genau einmal — und musst ihn exakt wiederholen. Inhalt merken, Aussprache treffen, flüssig sprechen. Alles gleichzeitig.
- Re-tell Lecture (Speaking + Listening): 60–90 Sekunden Vortrag hören, dabei Notizen machen, dann 40 Sekunden zusammenfassen. Wer hier ins Stocken gerät, verliert in beiden Skills Punkte.
- Describe Image (Speaking): 40 Sekunden ein Diagramm oder Foto beschreiben. Pausen sind Punkt-Killer.
- Write from Dictation (Listening): Satz hören, exakt eintippen. Höchste Punkte-Dichte im ganzen Test — aber jeder Tippfehler kostet.
- Re-order Paragraphs (Reading): Sätze in die richtige Reihenfolge bringen. Zeitfresser, gerne ans Ende der Reading-Sektion legen.
Für deutsche Muttersprachler gibt's ein paar typische Aussprache-Fallen, die die KI tatsächlich erkennt: das W-V-Problem („wine" wird zu „vine"), der TH-Sound (wird oft zu „t" oder „d"), der Unterschied zwischen „pet" und „pat" (Pronunciation Studio, 2024). Das wissen die meisten — aber konsequent zu üben ist mühsam, weil unsere Ohren die Unterschiede teilweise gar nicht sauber raushören.
Mein Ergebnis: 89 Overall — und warum das nur Proficient war
Mein Score Report aus Hamburg, abgelegt am 11. März 2026, 9:00 Uhr: Overall 89 / 90. Listening 83, Reading 66, Speaking 90, Writing 75. Klingt nach einem Top-Ergebnis. Auf den Migration-Punkten kam dann allerdings nicht das an, was ich gehofft hatte. Genau das ist der Punkt, den keine deutsche Quelle bisher sauber erklärt.
Schauen wir, was das im Detail bedeutet. Hier sind meine vier Werte gegen die komponentenspezifischen Schwellen für Proficient und Superior — weil eben nicht der Overall-Wert zählt, sondern jede einzelne Komponente:
Speaking 90 und Listening 83 sind komfortabel über jeder Schwelle. Reading 66 aber liegt unter der Superior-Marke (70). Und Writing 75 ist deutlich unter der Superior-Marke (85). Damit greift Proficient — alle vier Komponenten sind über den Proficient-Schwellen, also +10 Migration-Punkte.
Was hat mir diese Einsicht gekostet? Im Punktetest sind das die Tüpfelchen aufs i, die unser Plan B (Skilled Migration ohne Sponsor) richtig stark gemacht hätten — 20 statt 10 Punkte sind oft der Unterschied zwischen Einladung und Warteliste. Für unser Hauptziel Subclass 186 Direct Entry reicht Proficient locker. Der Migration Agent hatte uns trotzdem geraten, „auf Superior zu zielen, falls wir ihn brauchen". Hatte er Recht. Wir hatten ihn nicht — geschadet hat es bisher nicht.
Der Lehrsatz für alle, die nach mir kommen: Schau dir nicht den Overall an, schau dir jede Komponente an. Wer 78 Overall hat mit drei Komponenten über 85 und einer bei 60, hat nicht Superior, sondern bestenfalls Competent.
2 Monate Vorbereitung: Was funktioniert hat
Ich habe LK Englisch im Abi 2008 gemacht und zwischen 2016 und 2018 in Australien gelebt — Koch-Ausbildung, dann zwei Jahre als Koch in einem französischen Restaurant in Tintenbar und Ballina. Sprechen ist also nicht das Problem. Das Problem war was anderes:
„Ich spreche sehr gutes Englisch. Das Problem war, dass es hier aber nicht nur aufs Sprechen ankommt, sondern auch auf Schreiben, Grammatik etc. Das habe ich halt seit Jahren nicht gemacht."
Mein Plan: 2 Monate, ungefähr 3× pro Woche, je 2–3 Stunden. Macht über die Strecke gerechnet 50 bis 70 Stunden — vielleicht ein bisschen mehr, weil ich mit der Zeit immer länger geübt habe, je näher der Termin kam. Bezahlt habe ich für genau eine Sache: die APEUni-App. Alles andere war YouTube und Selbststudium.
Was hat funktioniert — in der Reihenfolge des Beitrags zum Score:
- YouTube — den Test verstehen. Der größte Hebel war, überhaupt zu kapieren, wie die KI bewertet. Was sie hört, was sie wertet, was sie ignoriert. Meine zwei Top-Empfehlungen: Language Academy PTE und SKILLS PTE ACADEMIC. Beide Channels erklären jeden Aufgabentyp, zeigen typische Fehler und durchleuchten die KI-Logik. Vor jeder Einheit habe ich erst geschaut, dann geübt.
- APEUni für Mock-Tests. Die App simuliert echte Tests realitätsnah und gibt KI-Score-Schätzungen zurück. Genau das fehlt bei kostenlosem Material: ein Score, der zeigt, ob deine Übung funktioniert. APEUni hat eine kostenlose Basis-Version mit limitierten Aufgaben und VIP-Subscriptions zwischen 16 und 70+ USD je nach Laufzeit (regional unterschiedlich). Bei mir hat sich das klar gelohnt — ohne diese Mock-Tests hätte ich blind ins Test-Center gehen müssen.
- Satzstrukturen statt Templates. Wichtig: die KI erkennt seit dem 2024er Scoring-Update generische Templates und kann sie mit bis zu 30 % Score-Verlust bestrafen (Sumlingo Updated Scoring Criteria, 2024). Komplette Vorlagen wie „I see a beautiful image in front of me" sind raus. Was funktioniert: Strukturen — gleiche Absatz-Aufteilung, gleiche Bindewörter, gleiche Satzlogik —, aber mit individuellem Inhalt. Ich hatte ein festes Schema für „Describe Image" und für „Write Essay", aber kein einziges auswendig gelerntes Sätze-Bündel.
Was am schwersten war — Ehrlich:
„Repeat Sentence war schwer, da man sich bei nur einmaligem Hören einen ganzen Satz merken muss und dann sich gleichzeitig darauf konzentrieren soll, wie der Satz ging und auf die richtige Aussprache. Dazu hatte ich später beim Reading-Teil in der Prüfung einfach zu wenig Zeit. Deshalb nur die 66 Score."
Das ist der ehrliche Knackpunkt: Reading 66 lag nicht am Verstehen, sondern am Zeitmanagement. Im Mock-Test hatte ich oft mehr Reading-Score als im echten Test, weil ich zu Hause mehr Zeit lasse, als die Prüfung erlaubt. Wer Superior anpeilt, muss die Reading-Sektion unter Zeitdruck üben — nicht entspannt am Sofa.
Eine Faustregel aus meiner Erfahrung und aus den Recherchen: Für Competent (51 Overall) reichen ein paar Tage Vorbereitung, wenn du B2-Niveau hast. Für Proficient brauchst du als deutscher B2-Sprecher 3–6 Wochen, als C1-Sprecher 1–2 Wochen. Für Superior sind es realistisch 6–12 Wochen B2 oder 2–4 Wochen C1 — und die Komponente, in der du am meisten Zeit verlieren wirst, ist Writing. Genau dort scheitern die meisten an der 85er-Schwelle.
Test-Tag in Hamburg: Was wirklich passiert
Ich habe den Test im Berlitz-Center Hamburg abgelegt — eines der vier offiziellen Pearson-Test-Center in Deutschland (Berlin, Frankfurt, Hamburg, München, teilweise Stuttgart). Gebucht hatte ich drei Monate vorher, mit einem Wunsch-Termin um 9 Uhr morgens. Plätze waren ausreichend frei; selbst am Test-Tag waren noch Kapazitäten offen. Drei Monate Vorlauf ist großzügig — wer weniger Zeit hat, findet meist auch noch was, gerade in Frankfurt als Hauptstandort.
Anreise habe ich mit dem ICE gemacht und am Vorabend bei meinem Bruder in Hamburg geschlafen. Das war Gold wert: Statt Stress mit früher Bahn am Morgen einen entspannten Frühstücks-Kaffee, kurzer Weg zum Test-Center, fertig. Wenn du längere Anreise hast, plan eine Übernachtung ein — der Test ist anstrengend genug, da brauchst du keinen Schlafmangel obendrauf.
Was du am Test-Tag brauchst:
- Reisepass (physisch, kein Digital-Pass, Name muss exakt der Buchung entsprechen) (Pearson Identification Policy, 2026)
- 30 Minuten Pufferzeit vor Test-Start — Anmeldung, Fototermin, Sicherheits-Check
- Keine eigene Ausrüstung — Headset, Mikrofon, Computer stellt das Test-Center
Was viele in Foren als Problem beschreiben: dass alle Test-Teilnehmer ihre Speaking-Aufgaben gleichzeitig machen, also der Raum voller paralleler Stimmen ist. Bei mir war das überraschend unkritisch. Die anderen Teilnehmer haben sehr leise gesprochen, niemand hat geschrien, das Headset hat gut isoliert. Wenn du normal trainiert hast, lenkt das nicht ab. Trotzdem: vor dem Test im Café oder in einer leicht lauten Umgebung üben hilft, falls dein Test-Center weniger rücksichtsvoll besetzt ist.
Test-Dauer in der Praxis: ich war nach rund anderthalb Stunden komplett durch — also schneller als die offiziellen 2 Stunden. Ergebnis kam weniger als 24 Stunden später per Mail mit Link auf den Score Report im myPTE-Portal. Das war einer der besten Punkte am PTE: kein langes Warten, kein Spekulieren, die Zahl steht.
Kosten und Buchung in Deutschland
Ich habe für meinen Test in Hamburg 270 € bezahlt. Pearson nennt offiziell rund 275 USD, je nach Buchungszeitpunkt und Center landet man zwischen 248 und 275 USD (Pearson PTE Test Centers and Fees, 2026) — also etwa 230 bis 260 €. Wer kurzfristig bucht (unter 48 Stunden vor Test), kann auf bis zu 310 € hochgehen. Mein Tipp: einfach drei Monate vorher buchen, dann hast du den günstigsten Tarif und freie Auswahl beim Termin.
Wichtig vor der Buchung — die Storno- und Umbuchungs-Regeln sind streng:
| Zeitpunkt vor Test | Stornierung | Umbuchung |
|---|---|---|
| ≥ 14 Tage | 100 % Refund | kostenlos |
| 8–13 Tage | 50 % Refund | 50 % Gebühr |
| ≤ 7 Tage | Kein Refund | nicht möglich |
Quelle: Pearson PTE Cancellations & Rescheduling · Refund Policy
Wenn du den Test wiederholen musst: technisch reichen 24 Stunden Abstand zwischen zwei Versuchen, Pearson empfiehlt aber zwei Wochen, damit der neue Score Report tatsächlich neu berechnet und veröffentlicht wird. Anzahl der Versuche ist nicht gedeckelt.
Hier noch der Migration-Punkte-Hebel pro English-Level — damit der Test-Preis im richtigen Verhältnis zum tatsächlichen Wert für dein Visum steht:
Für 270 € Test-Kosten 10 Migration-Punkte abzuholen ist ein gutes Verhältnis. Für 20 Punkte hätte ich vermutlich noch zwei Monate mehr investieren müssen — und der Migration Agent meinte, das wäre für unseren Plan strategisch sinnvoll gewesen. Geschadet hat's nicht. Aber wer von vornherein die Skilled-Migration-Route plant, sollte die Vorbereitungs-Zeit nicht zu knapp ansetzen.
Was ich heute anders machen würde
Im Rückblick bin ich mit dem Ergebnis insgesamt zufrieden. In den Mock-Tests vor dem Tag hatte ich teilweise schlechtere Werte — der Druck im Test-Center hat bei mir eher konzentriert als gelähmt. Trotzdem gibt's drei Sachen, die ich anders angehen würde:
- Reading unter Zeitdruck üben. Mein größter Schwachpunkt war nicht das Verstehen, sondern dass ich bei „Re-order Paragraphs" und „Multiple Choice Multiple Answers" zu lange gehangen habe. Die KI bestraft falsche Antworten in „Multiple Answers" mit Punkt-Abzug — wer aus Zeitdruck rät, verliert doppelt. In den letzten zwei Wochen hätte ich nur noch unter Stoppuhr trainieren sollen.
- Mehr Writing-Volumen. Schreiben war seit Jahren tot bei mir — Kochen verlangt anderes Englisch als Aufsatz. Drei zusätzliche „Write Essay"-Übungen pro Woche hätten mir wahrscheinlich 5 bis 10 Punkte mehr gebracht — und damit Superior in Reichweite.
- Strenger mit Templates. Ich war schon vorsichtig, aber rückblickend hätte ich noch radikaler auf individuelle Inhalte gesetzt. Auch „Satzstrukturen" können auffallen, wenn man sie zu mechanisch anwendet. Lieber eine variantenreiche Lösung mit ein paar Pausen als drei perfekt gleiche Strukturen hintereinander.
Was ich genauso wieder machen würde: das Bezahlen für APEUni. Knappe Investition, klar messbare Mock-Test-Scores, KI-Feedback. Wer wie ich aus dem Bauch raus weiß, dass er „eigentlich gut Englisch kann", braucht den objektiven Spiegel. Sonst wundert man sich beim echten Test über Werte, die niemand vorhergesehen hat.
Wie es bei uns weitergeht
Mein Score reicht für unser Hauptziel — die Subclass 186 Direct Entry — sehr deutlich. Was uns fehlt sind die Tüpfelchen für den Plan B (Skilled Migration ohne Sponsor, Subclasses 189/190/491). Die Frage: noch mal in Deutschland testen, vor dem Abflug?
„Vor der Abreise planen wir es nicht mehr. Es ist schlichtweg zu wenig Zeit und zu viel zu tun."
Ich fliege am 23. Juni vor, Lucy und die Kinder folgen am 26. Juli. Bis dahin: Wohnungsauflösung in Essen, Tourist-Visa beantragen, Lucy schließt ihre Masterthesis ab, wir packen das halbe Leben in Kartons. PTE in dieser Phase noch mal pushen ist nicht realistisch — und auch nicht nötig, weil der aktuelle Score für 186 reicht.
Was wahrscheinlich kommt: ein Re-Test in Australien, sobald wir angekommen sind und ich Plan B konkret durchrechnen muss. Der Score Report ist bei Pearson bis 11. März 2028 gültig, ich habe also Zeit. Falls wir den Sponsor-Weg fürs 186 nicht hinkriegen und auf Skilled Migration umschwenken, ist Superior plötzlich essentiell.
Wenn du einen ähnlichen Weg gehst: schau dir früh an, welcher Score wirklich zu deinem Visum passt. Plane lieber 3 Monate Puffer ein, als nachher unter Zeitdruck zu wiederholen. Und unterschätze Reading und Writing nicht — die zwei sind die Show-Stopper, an denen die meisten zu Proficient statt Superior werden.
Mehr zu den Visa-Anforderungen aus unserer Familienperspektive findest du in unserem Familien-Guide zum Subclass 186. Wer als Koch oder anderer ausgebildeter Handwerker auswandert: lies unseren Erfahrungsbericht zum TRA Skill Assessment — das ist meist der erste Schritt, bevor das Visum überhaupt eingereicht werden kann. Und wenn du das Gesamt-Budget rechnest: in unserer Kosten-Übersicht für Familien stehen alle Posten ehrlich aufgelistet.
Häufig gestellte Fragen
Wie schwer ist der PTE Academic Test wirklich?
Mit gutem Schul-Englisch und ein bisschen Australien-Erfahrung bist du beim Sprechen weit vorne. Schreiben und Reading-Time-Management sind die echten Stolperfallen. Für Competent (51 Overall) reichen wenige Tage Vorbereitung, für Superior (84 Overall mit allen Komponenten ≥ 85) brauchst du als deutscher B2/C1-Sprecher realistisch 6–12 Wochen.
Wie lange dauert die PTE-Vorbereitung?
Wir haben uns 2 Monate Zeit genommen, ungefähr drei Mal pro Woche je 2–3 Stunden — also grob 50–70 Stunden gesamt. Das hat für Proficient mit Overall 89 gereicht. Für Superior mit komponentenspezifischen 85+ in Writing und 70+ in Reading wäre noch mal deutlich mehr Übung nötig gewesen.
Wie viel kostet der PTE Test in Deutschland?
Ich habe im März 2026 in Hamburg 270 € bezahlt. Pearson nennt offiziell rund 275 USD, je nach Kurs landet man zwischen 248–275 USD (etwa 230–260 €). Last-Minute-Buchungen unter 48 Stunden vor Test können auf bis zu 310 € steigen (Pearson PTE Test Centers and Fees).
Was ist besser PTE oder IELTS?
Für uns klar PTE: 100% computerbasiert, Speaking wird per KI bewertet (kein Tagesform-Risiko beim menschlichen Prüfer), Ergebnis in unter 48 Stunden. IELTS hat den Speaking-Teil als Live-Interview mit Mensch und braucht 3–13 Tage bis zum Ergebnis. Beide werden vom Department of Home Affairs gleichwertig anerkannt.
Welche PTE-Punkte braucht man für Australien?
Seit dem Update vom 7. August 2025 gelten komponentenspezifische Schwellen. Für Competent (Eligibility 186/482): L 47 / R 48 / W 51 / S 54. Für Proficient (+10 Migration-Punkte): L 58 / R 59 / W 69 / S 76. Für Superior (+20 Punkte): L 69 / R 70 / W 85 / S 88. Alle vier Werte müssen gleichzeitig erreicht sein.
Wo kann man PTE in Deutschland machen?
Pearson listet Test-Center in Berlin (Pearson Professional Center / New Horizons), Frankfurt am Main (Pearson Professional Center, Hauptstandort), Hamburg (Berlitz Deutschland GmbH — wir haben dort getestet), München (GFN GmbH) und teilweise Stuttgart. Verfügbarkeit variiert — drei Monate Vorlauf reichen meistens locker.
Wie lange ist das PTE-Ergebnis gültig?
Pearson stellt den Score Report mit zwei Jahren Validität aus. Für australische Visa-Anträge akzeptiert das Department of Home Affairs in der Regel Tests, die innerhalb der letzten drei Jahre vor Antragstellung abgelegt wurden. Im Zweifel: vor Antrag mit Migration Agent abklären — die Regelungen können sich ändern.
Was bedeutet Proficient English bei PTE?
Proficient English bringt dir +10 Migration-Punkte im EOI-Punktetest. Du erreichst es, wenn alle vier Komponenten gleichzeitig die Schwellen erfüllen: Listening 58, Reading 59, Writing 69, Speaking 76. Mit meinem Score (L 83 / R 66 / W 75 / S 90) habe ich Proficient — für Superior hätten Reading und Writing höher liegen müssen.
Kann man den PTE wiederholen?
Ja, beliebig oft. Pearson verlangt mindestens 24 Stunden Pause zwischen zwei Versuchen, empfiehlt aber zwei Wochen, damit der Score Report tatsächlich neu erstellt wird. Wir planen vor dem Abflug keinen zweiten Test mehr — möglicherweise direkt in Australien für die +20 Migration-Punkte (Superior), falls Plan B (189/190/491) nötig wird.
Wird PTE in Deutschland anerkannt?
Für australische Visa-Anträge ja — voll und gleichwertig zu IELTS, anerkannt vom Department of Home Affairs. Pearson hat in Deutschland Test-Center in Berlin, Frankfurt, Hamburg, München und teilweise Stuttgart. Du brauchst nicht extra nach Australien zu fliegen, um den Test abzulegen.
Stand: Mai 2026 · Score Report gültig bis: 11. März 2028 · Quartalsweises Update: nach Re-Test in Australien oder bei DHA-Regeländerungen.
Quellen: Department of Home Affairs — English Language Requirements, DHA Competent English, DHA Superior English, Pearson PTE Australia Visas, Pearson PTE Test Format, Pearson PTE Test Centers and Fees, Pearson Cancellations & Rescheduling, Pearson Identification Policy, Hannan Tew Lawyers — 482/SID English Requirements, Pronunciation Studio — German Speaker Errors